Schadensersatz bei Verkehrsunfall

Richterliche Feststellung einer medizinisch nicht sicher nachweisbaren leichtgradigen Verletzungsfolge; Schmerzensgeld bei HWS-Schleudertrauma mit langwieriger Behandlung

Leitsatz

Auch wenn das medizinische Erfahrungswissen zum sicheren Nachweis leichtgradiger Verletzungsfolgen und hieraus resultierender fortdauernder Beschwerden (hier: andauernde Beschwerden nach allenfalls mittelgradiger HWS-Distorsion) nicht in der Lage ist, kann das Gericht am Maßstab des § 287 ZPO seine Überzeugung von der Wahrheit der zu beweisenden Tatsache insbesondere auf die Glaubhaftigkeit und Plausibilität des Klägervortrags stützen.

Hat ein 1966 geborener, selbstständiger Elektroinstallationsmeister bei einem Verkehrsunfall ein HWS-Schleudertrauma erlitten, weshalb er über einen recht langen Zeitraum von nahezu 10 Monaten unter den Folgen der Verletzung litt, er sich für die Dauer von drei Wochen in stationäre Behandlung begab, woran sich an 30 - 35 Terminen eine ambulante Behandlung anschloss, anlässlich derer er sich unter anderem unangenehmen Infiltrationstherapien unterzog; waren aber die Beschwerden (wie Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und Wetterfühligkeit) nach ca. 6 Monaten nicht mehr gravierend (Minderung der Arbeitsfähigkeit um nur 20%), so ist die Zuerkennung eines Schmerzensgeld in Höhe von 3.000 Euro angemessen.

Gericht/Institution: Saarländisches Oberlandesgericht Saarbrücken 4. Zivilsenat
Entscheidungsdatum: 28.02.2013
Aktenzeichen: 4 U 587/10 - 182, 4 U 587/10
Quelle: juris Logo